Integration ist eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit – und die Schulen spielen dabei eine Schlüsselrolle. In Berlin gibt es zahlreiche erfolgreiche Modelle, wie Integration durch Bildung gelingen kann. Dieser Artikel stellt einige dieser Erfolgsbeispiele vor.
Eine Berliner Jesuitenschule zeigt, wie Integration funktioniert. Seit 2015 prägen auch geflüchtete Jugendliche den Alltag des Canisius-Kollegs, seit 2019 gibt es einen eigenen Zweig für sie: die Pedro-Arrupe-Schule. Das Konzept ist einfach und erfolgreich: Jugendliche mit Fluchtgeschichte werden – unabhängig von ihrer Konfession – systematisch auf mittlere Reife und Abitur vorbereitet. Der Erfolg gibt dem Konzept recht: Rund 80 Prozent der geflüchteten Oberstufen-Schüler bestehen am Ende ihr staatlich anerkanntes Abitur.
Die ReDI School wurde 2015 in Berlin mit dem Ziel gegründet, Geflüchteten die Integration in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Heute vermittelt die Schule IT-affinen „Newcomern" und Einheimischen, die keinen Zugang zu digitaler Bildung haben, digitale Fähigkeiten in kostenlosen Kursen. Dieses Modell zeigt, wie niedrigschwellige Bildungsangebote Integration fördern können.
Die Berlin Cosmopolitan School gestaltet Integration im europäischen Projekt SCHOOLinHUB. Im Mittelpunkt stehen Kinder mit Migrationsgeschichte im Alter von vier bis sieben Jahren sowie ihre Familien. Ziel ist es, Sprachentwicklung, Selbstwirksamkeit und soziale Integration gleichermaßen zu fördern. Die Schule wird von 402 Schülerinnen und Schülern aus 34 Ethnien besucht, 98,7 Prozent haben einen Migrationshintergrund.
Das Hermann-Hesse-Gymnasium in Kreuzberg wurde mit dem Gütesiegel „Mehrsprachige Schule" des Landes Berlin ausgezeichnet. Nach einer zweijährigen Pilotphase erhielt die Schule die offizielle Anerkennung für ihr Konzept, Mehrsprachigkeit als Ressource zu nutzen und zu fördern.
Die Fläming-Grundschule in Berlin-Friedenau ist eine Pioniereinrichtung für inklusiven Unterricht. Seit 1975 führt sie Integrationsklassen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Dieses langjährige Engagement zeigt, dass Inklusion und Integration keine Modeerscheinungen sind, sondern fest in der Berliner Schullandschaft verankert sein können.
Fazit: Die vorgestellten Beispiele zeigen: Integration durch Bildung ist kein frommer Wunsch, sondern gelebte Realität an vielen Berliner Schulen. Erfolgsfaktoren sind ein engagiertes Kollegium, klare Konzepte und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Diese Modelle können als Vorbild für andere Schulen dienen – und sie zeigen, dass Integration gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen.