Geflüchtete Kinder in Berliner Schulen: Aufnahme und Unterstützung

Berlin ist eine Stadt der Vielfalt – und das zeigt sich auch in den Schulen. Tausende geflüchtete Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr in den Berliner Schulsystem aufgenommen. Doch wie läuft die Aufnahme ab? Welche Unterstützung gibt es? Und welche Rechte haben die Familien?

Das Recht auf Bildung: Schulpflicht gilt für alle

In Deutschland besteht Schulpflicht – und zwar für alle Kinder, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Geflüchtete Kinder haben ein Recht auf Regelschule. Die Berliner Schulverwaltung ist verpflichtet, für jedes schulpflichtige Kind einen Platz bereitzustellen. Aktuell stehen laut Senatsverwaltung keine geflüchteten Kinder auf der Warteliste für einen Schulplatz.

Willkommensklassen: Erste Anlaufstelle für neu Ankommende

Neu angekommene Kinder und Jugendliche werden in der Regel zunächst in sogenannten Willkommensklassen beschult. Dort steht das Erlernen der deutschen Sprache und die Grundbildung im Vordergrund. Im Juni 2026 besuchten 137 Kinder und Jugendliche die Willkommensschule in Tegel, davon 42 in der Grundstufe und 95 in der Sekundarstufe I. Auf dem Tempelhofer Feld gingen 52 Kinder und Jugendliche in die Willkommensschule.

Integration in Regelklassen: Der langsame Übergang

Nach einiger Zeit in der Willkommensklasse folgt der Übergang in Regelklassen. Erfolgreiche Modelle zeigen, dass dieser Prozess schrittweise erfolgen sollte. In den Klassen neun und zehn finden erste gemeinsame Kurse mit den Regelklassen statt, etwa in Kunst oder Sport. Ab der elften Klasse lernen dann alle gemeinsam – ohne Unterscheidung nach Herkunft oder Sprachniveau.

Unterstützungsangebote für geflüchtete Familien

Die Berliner Schulverwaltung bietet umfangreiche Informationsmaterialien für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die neu nach Deutschland gekommen sind. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Projekte, die die schulische Integration von Geflüchteten fördern. Die Stiftung Markstein unterstützt beispielsweise auch 2026 ein Nachhilfeangebot für geflüchtete und zugewanderte Schüler.

Herausforderungen: Segregierte Schulen und fehlende Plätze

Die Beschulung geflüchteter Kinder ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass die sogenannten Willkommensschulen an Notunterkünften eine Segregation fördern. Zunehmend gehen Kinder und Jugendliche auf die an Notunterkünfte angedockten Schulen, obwohl sie dort gar nicht mehr untergebracht sind. Die Bildungsverwaltung begründet dies damit, dass Familien das Recht haben, ein begonnenes Schulverhältnis fortzuführen.

Fazit: Die Aufnahme und Unterstützung geflüchteter Kinder in Berliner Schulen ist ein komplexes Feld mit vielen Herausforderungen. Willkommensklassen bieten einen wichtigen ersten Schutzraum, doch der Übergang in Regelklassen muss zügig und gut begleitet erfolgen. Für Eltern gibt es zahlreiche Informations- und Unterstützungsangebote – nutzen Sie diese, um Ihrem Kind den Start in Berlin zu erleichtern.

🛡️ FSEK Registered · PACDI Framework
Operated by AskMeAI Teknoloji Ltd. Şti. (TR: 23837)
Intellectual property owned by © 2026 PACDI Global Yazılım Ltd. Şti. — FSEK No: 2026/18897
“Technology in the service of humanity.”