Die Digitalisierung der Schulen ist eines der zentralen bildungspolitischen Themen in Berlin. Nach Jahren des Aufholens hat die Hauptstadt einen wichtigen Meilenstein erreicht: Jede der rund 700 öffentlichen Schulen verfügt nun über einen leistungsfähigen Glasfaseranschluss. Doch wie sieht es mit der weiteren Ausstattung aus?
Im Februar 2026 wurde das Programm zum Breitbandausbau an Schulen ein halbes Jahr vorfristig abgeschlossen. Der Senat hatte das Programm im Sommer 2022 im Zuge der Berliner Digitalisierungsstrategie gestartet. Es umfasste die Ausstattung der Schulen mit einer modernen digitalen Infrastruktur, sodass schnelles Internet nun bis ins Klassenzimmer verfügbar ist. Davon profitieren etwa 35.000 Lehrkräfte und andere Schulbeschäftigte sowie 400.000 Schülerinnen und Schüler.
Die Kosten für den Ausbau bezifferte die Bildungsverwaltung auf mehr als 50 Millionen Euro. 24 Millionen Euro steuerte das Land bei, weitere 27 Millionen Euro stammen aus dem Digitalpakt Schule von Bund und Ländern. Staatssekretärin Martina Klement betonte: "Schnelles Internet ist heute so wichtig wie Wasser und Strom".
Neben der Netzwerkinfrastruktur ist die Ausstattung mit Endgeräten entscheidend. Viele Schulen sind bereits mit interaktiven Whiteboards ausgestattet. Die Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule etwa schafft durch die Ausstattung mit Tablets und mobilen Lernsystemen einen niedrigschwelligen Zugang zu digitalen Bildungsangeboten für alle Schüler – unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten im Elternhaus. Rund 150 PCs und Laptops sowie eine moderne Netzwerkinfrastruktur runden die IT-Ausstattung vieler Schulen ab.
Die Digitalisierung der Schulen ist kein abgeschlossenes Projekt. Es gibt bereits eine grundsätzliche Vereinbarung auf Bundesebene für einen Digitalpakt 2.0 ab 2026. Dieser soll eine kontinuierliche Fortsetzung der Digitalisierung ermöglichen. Die konkrete Ausgestaltung wird derzeit auf Bundes- und Landesebene verhandelt.
Die technische Ausstattung ist nur die eine Seite der Medaille. Mindestens genauso wichtig ist die pädagogische Nutzung der digitalen Möglichkeiten. Lehrkräfte müssen im Umgang mit den neuen Technologien geschult werden, und es braucht Konzepte für einen sinnvollen Einsatz im Unterricht. Zudem stellt die Wartung der Geräte und der Netzwerkinfrastruktur die Schulen vor große Herausforderungen.
Fazit: Berlin hat bei der digitalen Ausstattung seiner Schulen große Fortschritte gemacht. Der flächendeckende Glasfaserausbau ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Nun gilt es, die digitale Infrastruktur nachhaltig zu sichern und die pädagogische Nutzung weiterzuentwickeln. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.